Wenn die Fahrt mit dem E-Roller richtig teuer wird

Es fällt einfach auf. Wo wir auch hingehen, sehen wir immer häufiger E-Roller an den Straßenrändern stehen. Volles Verständnis für die unter euch, die sich allein schon aus Neugier die dazugehörige App heruntergeladen haben. So verzeichnete der E-Scooter-Sharing-Anbieter VOI zum Start 4.000 Downloads. Bei den beiden Konkurrenten Tier Mobility und Circ beliefen sich die Zahlen sogar auf bis zu 13.000 Downloads. Seither wurden diese Start-Ups von der App Lime – immer mobil, welche weit über 100.000 Mal downgeloadet wurde, stark überholt.

Den Zahlen nach könnte man nun behaupten, dass sich E-Scooter wunderbar etabliert haben und vermutlich auch zukünftig verstärkt ein Teil des Straßenverkehrs werden. Doch gerade hier verbirgt sich die Gefahr, denn wer mit einem E-Scooter betrunken einen Unfall verursacht und andere verletzt, muss mit einem hohen Regress der Kfz-Versicherer rechnen. Der Aussage der Signal Iduna nach, dürfen sich die Unternehmen sogar bis zu 5.000 € wiederholen. Für Besitzer eines gültigen Führerscheins, gibt es ein Bußgeld in Höhe von 500 Euro und 1 Monat Fahrverbot oben drauf. Bei Fahrten unter Drogeneinfluss, dürfen sich die Versicherer sogar einen Teil des an die Opfer ausgezahlten Entschädigungen sogar zurückholen. Voraussetzung hierfür natürlich ist, dass sich der Rausch ursächlich beim Unfall ausgewirkt hat. Schwierig das Gegenteil zu beweisen.

Welche Voraussetzungen gibt es, um mit einem E-Scooter fahren zu dürfen?

Tatsächlich benötigt man für den Gebrauch eines E-Scooters weder eine Mofa-Prüfbescheinigung noch einen Führerschein. Lediglich das Mindestalter wurde auf 14 Jahre gesetzt. Den Behauptungen nach, dürfen E-Scooter lediglich auf der Fahrbahn genutzt. Das ist natürlich absolut falsch, denn tatsächlich sind E-Scooter nur auf Radwegen, Radfahrstreifen und in Fahrradstraßen erlaubt. Nur wenn diese Fehlen, darf auf die Fahrbahn ausgewichen werden. Auf dem Gehweg, in der Fußgängerzone und in Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung sind für die kleinen E-Roller verboten und mit einem Bußgeld von bis 30 Euro verbunden

Tatbestand Bußgelder
Bei Rot über die Ampel zwischen 60 und 180 Euro
Fahren auf dem Gehweg 15 bis 30 Euro
Fahren auf der Autobahn 20 Euro
Fahren ohne
Versicherungskennzeichen
40 Euro
Fahren mit einem Scooter ohne
Betriebserlaubnis
70 Euro
Nebeneinander fahren 15 bis 30 Euro

Quelle: ADAC https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/e-mobilitaet/elektrofahrzeuge/e-scooter/

Brauche ich bei der Nutzung von E-Scooter eine gesonderte Versicherung?

Ein ganz dringliches und deutliches JA! Denn wie beim Moped, gibt es für diese Fahrzeuge mit einer Lenk- oder Haltestange und mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von bis zu 20 km/h, eine klare Verordnung. Unter anderem die Pflicht zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung. Der Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung reicht nicht. Doch wie sieht es eigentlich mit den geliehenen E-Scooter aus? Glücklicherweise müsst ihr dafür nicht extra eine Versicherung abschließen, jedoch sollte ihr euch genau informieren, wie hoch die Selbstbeteiligungen für die Kaskoschäden sind.

Wer zahlt mir bei einem Unfall meinen Schaden?

Kurz gesagt: Keiner. Bekannterweise muss im Straßenverkehr der Schädiger für den Schaden des Geschädigten aufkommen. Jedoch dürften die Anzahl von Alleinunfällen dominieren. „Wir rechnen mit einer großen Zahl von Stürzen mit Verletzungen der Fahrer“, sagt Jörg Kubitzki vom Allianz Zentrum für Technik. Grund hierfür sei, dass die Räder so klein sind, dass schon die kleinste Unebenheit der Fahrbahnoberfläche, wie z.B. verkantete Bodenplatten, ein großes Risiko für den Nutzer darstellen. Leider ist das Tragen eines Helmes keine Pflicht, jedoch dringend zu empfehlen. Wer sich besonders klug anstellen möchte, erwirbt eine kleine Unfallversicherung, die man bereits ab drei Euro pro Monat erhalten kann.

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