Die häufigsten Fehler bei der Immobilienfinanzierung

Wer sich heute für die Finanzierung des Eigenheims interessiert, tut es zurecht. Was noch früher als eigener Traum galt, ist heute schon fast Zwang. Schuld sind die stetig steigenden und monströsen Mietpreise. So stieg zum Beispiel die Miete in Lübeck bei einer 60 m² Wohnung in den vergangenen fünf Jahren um rund 17 Prozent an. Bei einer 100 m² Wohnung stieg die Miete sogar um 25 Prozent. Somit liegt der durchschnittliche Mietpreis in Lübeck bei 8,51 €/m². Eine detaillierte Übersicht zur Mietpreisentwicklung gibt es als hier. Es wird einem schnell klar, dass sich was ändern muss, eher das Geld für den Wohnraum aus dem Fenster geworfen wird.

In diesem Artikel kann ich Sie nicht vor allen Fehlern bei einer angestrebten Finanzierung bewahren, jedoch die richtige Richtung weisen und Anhaltspunkte geben.

Die Nebenkosten werden überschätzt

Heutzutage ist es nicht schwer eine gewünschte Kreditsumme in einem Onlinerechner einzutragen und sich die passende Rate errechnen zu lassen. Was oft in Vergessenheit gerät, sind die Nebenkosten. Wer Haus- und Grund erwirbt, muss mit diversen Zusatzkosten rechnen. So fallen in Schleswig-Holstein Grunderwerbssteuern in Höhe von 6,5 Prozent, sowie Notar- und Grundbuchkosten in Höhe von rund zwei Prozent an. Bei einem realistischen Kaufpreis von 300.000 Euro belaufen sich die Nebenkosten auf 25.500 Euro. Wer sogar bauen möchte, sollte eine Bauherrenhaftpflicht nicht meiden und die Kosten für die Baugenehmigung (stark variabel: Faustformel 0,2 % der Bausumme) nicht vergessen. Mittlerweile haben sich die Bank an eine 100 Prozent- Finanzierung gewöhnt, jedoch wird Ihnen jeder gute Berater von einer Höheren Finanzierung abraten. Dennoch geraten viele gewillte Käufer bei den Zinsen in die Arme eines vertriebsorientierten Produktes. Es gilt also nach wie vor, eine Verwirklichung mit einem qualifizierten Berater schon vorher ausgiebig zu planen.

Mit der richtigen Planung sind die oben genannten 25.500 Euro Nebenkosten nicht unerreichbar. So gibt es Beispielsweise über einen klassischen Bausparvertrag die Möglichkeit, schnell Eigenkapital aufzubauen, denn auch dieses Vermögen zählt dazu. Wichtig ist es nur, den enthaltenen Tilgungssatz bei Inanspruchnahme des Kredites zu berücksichtigen.

Finanzielle Falle: Erschließungskosten

Erschließungskosten sind alle Kosten, die sowohl für die technische als auch die verkehrsmäßige Erschließung von Baugrund anfallen. Übersetzt bedeuten technische Erschließungen den Anschluss an die kommunale Wasserversorgung oder an wichtige Netze wie das Stromnetz.  Spricht man von verkehrsmäßiger Erschließung, wird von der Anbindung eines Grundstücks an die öffentlichen Straßen gesprochen. Gerade in Neubaugebieten, in denen noch Grundstücke frei sind, ist es gar nicht so unüblich, dass die Erschließungskosten noch nicht beglichen worden sind.  Oft stehen in den Notarverträgen Standardklauseln, dass die Erschließungskosten bezahlt seien und keine offenen Beträge bestehen. Diese Klausel erläutert lediglich, dass bisher keine Erschließungsgebühren seitens der Gemeine gefordert wurden. Bestenfalls sollten Sie bei der Gemeine die sogenannte Anliegerbescheinigung über die Erschließungskostenverhältnisse anfordern, bevor eine Rechnung im fünfstelligen Bereich auf Sie zukommt, mit welcher Sie gar nicht gerechnet haben. Scheuen Sie sich im gleichen Zuge nicht davor, das Bauamt zu kontaktieren, um weitere Kosten zu ermitteln, die in laufe der nächsten Jahre anfallen. So könnte eine Fahrbahn oder ein Kanal sanierungsbedürftig. Selbstverständlich werden auch diese Wiederherstellungskosten auf die Gemeinde umgelegt.

Fehlende Kenntnisse über die Fördermöglichkeiten Ihrer Region

Förderungen wie Kfw-Förderungen sollten bereits in aller Munde sein. Demnach gibt es für energieeffizientes Bauen die Möglichkeit, sich einen Kredit in Höhe von 100.000 Euro zu einem effektiven Jahreszins von 0,75 Prozent zu sichern. Zudem bietet dieser Kredit, je nach Energie-Effizienz, einen Tilgungszuschuss von bis zu 15.000 Euro und weitere 4.000 Euro für eine 50 prozentige Kostenübernahme diverser energieeffizienten Maßnahmen.

Wohl gesagt gibt es daneben aber noch weitere Förderungen, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Die Rede ist hier vom sogenannten Baukindergeld und der Förderung für Neubau & Kauf von Immobilien in Schleswig-Holstein. Das Baukindergeld bietet Ihnen einen Zuschuss in Höhe von 12.000 Euro, die über eine Laufzeit von 10 Jahren verteilt werden. Die Grundbedingung hierfür ist, dass Ihr gemeinsames Einkommen nicht mehr als 90.000 Euro pro Jahr beträgt (+15.000 Euro je weiteres Kind) und Sie natürlich mindestens ein Kind haben. Mit der Förderung für Neubau & Kauf von Immobilien in Schleswig-Holstein erhalten Sie von der Investitionsbank Schleswig-Holstein (kurz: IB.SH) einen Kredit in Höhe von 100.000 Euro bzw. 40 Prozent der Gesamtkosten. Das ist aus dem Grund besonders attraktiv, da die hauptfinanzierende Bank mit einer niedrigeren Summe ansetzen muss und somit bessere Konditionen gewährt.

Blindes Vertrauen in Ihre Hausbank

Selbstverständlich ist eine Finanzierung über Ihre Hausbank äußert praktisch. Die Hausbank ist am besten über Ihre finanziellen Verhältnisse informiert und kennt Sie bereits. Da erspart Ihnen bestimmt eine Stunde. Trotzdem spricht absolut nichts dagegen, sich über weitere Angebote zu informieren. Schließlich liegt es ja auch in Ihrem Interesse, sich den bestmöglichen Kredit zu verhältnismäßig guten Konditionen einzuholen. Manch einer würde sich wundern, dass auch in diesem Bereich die Allianz zu den Spitzenreitern gehört.

JOIN THE CLUB!

Du willst immer auf dem aktuellen Stand sein? Trage dich in unseren Newsletter ein!

Kontakt

Sie möchten mehr Informationen?